Ernst Friedli, seit Jahren verheiratet mit Klärli, Nichtraucher und ehemaliger Sachbearbeiter im öffentlichen Dienst, macht sich Gedanken zur Weltlage und...

  

  

  

DIE BUCHPRÄSENTATIONEN


MI 06. Jul 2022 19.00 Uhr  –  Mediothek Freienbach

Fr 16. Sep 2022  18.00 Uhr  –  Katzenstrick (Vereinsanlass)

 

  

  

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DER HERAUSGEBER

Zeno Schneider

Wir sind uns erstmals beruflich begegnet. Das war vor vielen Jahren, als Ernst Friedli wegen einer vorübergehenden Störung in meine Praxis kam. Seither durfte ich ihn bis zur Aufgabe meiner Tätigkeit als Hausarzt begleiten. Wir sind in diesem Rahmen immer wieder in gute Gespräche geraten und haben uns gelegentlich auch ausserhalb der Praxis angeregt über das Leben, den Alltag und über Gott und die Welt unterhalten. In diesen Gesprächen erfuhr ich, dass Ernst Friedli als pensionierter Sachbearbeiter im öffentlichen Dienst seit einiger Zeit schriftlich festhält, was ihn persönlich beschäftigt und bewegt. Diese Aufzeichnungen habe er, wie er mir anvertraute, «zur eigenen Orientierung im schwankenden Lauf der Zeiten» eigentlich nur für sich selber geschrieben.
Es bedurfte unserer freundschaftlichen Bekanntschaft, dass Ernst mir nach mehrmaligem Bitten schliesslich einige seiner Texte zur Lektüre übergab. Die kurzen Betrachtungen, mit denen er seine Gedanken zum gewohnten Alltag festhält, und die Art, wie er seine Überlegungen zu den Hintergründen des Erlebten umschreibt,haben mich durch ihre oft ungewohnte Sicht und ihre eigenen Schlussfolgerungen beeindruckt. Meinen Vorschlag, seine vielfältigen Betrachtungen zu veröffentlichen, wollte Ernst zunächst mit seiner Frau besprechen. Mit ihrer Zustimmung wurde die Herausgabe dieses Teils des Gesamtwerkes möglich. Ich danke Ernst Friedli für die vielen guten, zugewandten Gespräche. Ich danke ihm und seiner Gattin Klara auch für das grosse Vertrauen, welches diese Veröffentlichung erst ermöglichte.
Es freut mich sehr, der Leserschaft nun eine unterhaltende, erhellende und hoffentlich auch vergnügliche Lektüre zu wünschen.

  

  

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DER AUTOR

Ernst Friedli

Mein Name ist Ernst Friedli. Meine Vorfahr:innen stammen aus einer sogar heute noch ländlichen Gegend, wo ich vor zahlreichen Jahren auch geboren wurde. Ich durfte dort im Kreis meiner Geschwister und im Schutz der Dorf- und Kirchgemeinde als geförderter Primarschüler und Ministrant eine nachhaltige Jugendzeit erleben. Diese war erfüllt von vielen schönen Erlebnissen und dauerte glücklicherweise bis zu ihrem biologischen Ende. Meine Ausbildung zum Sachbearbeiter führte mich dann in die weitere Welt hinaus, was nicht immer nur von Nachteil ist. Ein Vorteil war, dass ich dabei Klärli kennen- und schätzenlernen durfte. Wir haben dann geheiratet und sind seither ortsansässig geblieben. Unserem Ehebund entsprossen zwei unterdessen erwachsene Söhne. Einer davon ist noch ledig, aber Klärli meint, das komme dann schon noch. Als ehemaliger Sachbearbeiter im öffentlichen Dienst weiss ich, dass gewisse Dinge länger brauchen, bis sie gelingen. Klärli und ich wohnen in unserem Block in der linken Parterrewohnung. Diese hat vor allem Klärli sehr gemütlich eingerichtet, was zum allgemeinen und gegenseitigen Wohlbefinden beiträgt. Wir haben uns natürlich gut überlegt, ob meine gesammelten Betrachtungen in Buchform veröffentlicht werden sollten. Aber nach mehreren Erwägungen haben wir uns entschieden, es doch zu probieren. Ich danke Klärli für ihre beständige Unterstützung und für ihre schönen Zeichnungen. Mein Dank gilt auch dem befreundeten Herausgeber und dem Verlag. Sie haben an alles gedacht, was so ein Buch braucht. Und das ist durchaus nicht wenig.
Klärli und ich sind nun gespannt, wie das weitergeht, und wir freuen uns auf jede Rückmeldung seitens der geneigten Leserschaft.

  

  

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DIE TEXTPROBEN


37 in 43

Männer kaufen sich nachweislich seltener Schuhe als Frauen, obwohl sie grundsätzlich gleich viele Füsse haben. Die Gründe dafür liegen in jenem Dunkeln, in dem sich noch weitere ungelöste Welträtsel befinden. Kürzlich war es wieder einmal so weit. Ich brauchte ein Paar neue Schuhe und fand diese auch sogleich, was bei Frauen meistens ganz anders ist. Grösse 43 sitzt meinen Füssen schon seit Abschluss der Wachstumsphase wie angegossen. Das erleichtert mir die Auswahl zusätzlich, da ich Schuhe anderer Grössen gar nicht anprobieren muss. Da Klärli gerade sehr gute Laune hatte, zog sie sich meine neuen Schuhe spasseshalber an und schlurfte damit durch die Wohnung. Klärli selber trägt Schuhgrösse 37, weshalb meine Schuhe an ihren zierlichen Füssen wirkten wie die patschigen Langschuhe eines Zirkusclowns. Während wir beide lachten, ist es mir aufgefallen: Es ist offenbar problemlos möglich, mit kleineren Füssen in grössere Schuhe zu steigen, während grössere Füsse niemals kleinere Schuhe anziehen können. Für einen Augenblick hatte ich den überwältigenden Eindruck, soeben ein Urgesetz an der eigenen Gattin entdeckt zu haben: Das Kleinere hat im Grösseren Platz, das Grössere aber nie im Kleineren. Ich spürte, wie mich diese Erkenntnis von oben nach unten als gleissender Geistesblitz durchfuhr und in mir das Gefühl hinterliess, hier einem grundlegenden Prinzip von kosmischer Gültigkeit begegnet zu sein. Tatsächlich könnte ich mir diesen Spass mit Klärlis Schuhen nie erlauben. Ich werde weiter über diese Unumkehrbarkeit nachdenken. Vielleicht entwickelt sich daraus der vierte Hauptsatz der Thermodynamik. Das Einfachste ist ja nicht selten das Zugrundeliegende, und zwar für alle Schuhgrössen.

Ernst macht sich Gedanken zur Weltlage und zur Hierarchie verschiedener Schuhgrössen.

 

 

Lueg det

Fast hätte ich sie nicht gesehen. Sie lag seelenruhig im Unterholz und drehte ebenso seelenruhig den Blick in unsere Richtung, als wir auf dem Waldpfad vorbeikamen. Die Gämse zeigte keinerlei Angst vor uns, sie lebte ja in einem Schutzgebiet. Allerdings hätte sie auch sonst keine Angst vor uns haben müssen, da weder ich noch Klärli je ein Jagdpatent gelöst haben. Ich blieb stehen, wies mit dem Finger zeigend auf die Gämse und flüsterte zu Klärli: «Lueg det, es Gämsi!». Da entdeckte auch Klärli das schöne Tier. Wir standen beide wie angewurzelt stehen und verharrten in gegenseitiger Beobachtung. Nach einer Weile stand die Gämse ruhig auf, wandte sich ab und verschwand mit drei weiten Sprüngen zwischen den Felsbrocken. Die Beobachtung eines Wildtiers in freier Natur ist uns immer wieder eine besondere Freude. Vor allem, wenn dabei ein Moment der Begegnung möglich wird. Wir wissen zwar nicht, ob das Gämsi auch Freude hatte uns beiden zu begegnen, sind aber sicher, dass es das wenigstens nicht bereuen musste. Unsere Wanderung führte dann weiter durch den kühlen Wald. Nach einer Viertelstunde hielt ich plötzlich an, zeigte mit ausgestrecktem Finger in den Wald und flüsterte zu Klärli: «Lueg det, keis Gämsi!» Wir blieben sofort wie angewurzelt stehen und schauten in die gewiesene Richtung. Tatsächlich war dort keine Gämse zu sehen. Das blieb auch so, als wir länger hinschauten. Mein zweiter Hinweis war also genau so wahr wie mein erster. Da war weit und breit keine Gämse, ich hatte wirklich nicht gelogen. Da hat Klärli geseufzt und leicht den Kopf geschüttelt, aber wir haben dann bei einem alkoholfreien Most darüber diskutiert, ob eine Wahrheit mit Gämsi wichtiger ist als eine ohne.

Ernst macht sich Gedanken zur Weltlage und stellt Überlegungen an, wo auch keine möglich wären.

  

  

  

  

  

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DIE BETRACHTUNGEN


Nachsatz zum Vorsatz – Die Gürtellinie – Spardrücken – Pi-ologie – Fortschritt – Präzis – Rollender Stillstand – Sein blaues Band – Ostersocken – Verwortantung – Liebe im Wald – Fliegensophie – Flagge zeigen – 37 in 43 – Badelaute – Das Experiment – Einst und Jetzt – Eidechsenrest – Herzlich – Hinweiser – Li-bi-do – Im Sinn – Modern Times – To schlag or not to schlag – Solarimpulse – Wespenschutz Aufklärung – Die Differenz – Bei Verdacht 117 – Ich denke – FMZF – Spätsommerglück – Freud g’ha – Kraftort – Pädagogik im Regen – Reise mit Reisig – Tischlein schreck mich – Doppelt gesagt – Lueg det – Zum Nachdenken – Dank Ampeln – Das Sofort im Jetzt – Fahntastisch – DerDieDas – Halb ganzheitlich – Lebenszeichen – Regulativ – Schlafes Gatte – Heisser Tipp – Wirklich lieb – Schade-n – Weihnachten ohne

  

  

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DIE ECKDATEN

 

Umfang 120 Seiten
Inhalt 52 Betrachtungen/Illustrationen
Format Hochformat 12,8 x 21,3 cm
Umschlag Hardcover
Bindung Fadenbindung
Druck Offset s/w
Papier Daunendruck Natural
Auflage 500 Stück
Erscheinung Mai 2022
   
Herausgeber Zeno Schneider
Texte Ernst Friedli
Illustrationen Klara Friedli
Bildaufbereitung           Georg Sidler
Layout Dölf Ehrler
Korrektorat Luzia Lüönd-Bürgi
Druck Druckerei Franz Kälin AG
   
ISBN 978-3-9524842-8-9
   
   
  Müsigricht Verlag, Steinen
mue-verlag.ch
© Mai 2022
   

  

  

  

  

  

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DIE BESTELLUNG


Leider ist das Buch vergriffen.


Müsigricht Verlag, Goldauerstrasse 9, 6422 Steinen.

Ernst Friedli  
Gedanken zur Weltlage
ISBN 978-3-9524842-8-9
Steinen 2022

Preis CHF 24.00
(+ Porto und Versand)

 

 

  

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