Ernst Friedli, seit Jahren verheiratet mit Klärli, Kleinsparer und ehemaliger Sachbearbeiter im öffentlichen Dienst, macht sich Gedanken zum Dasein und…

  

  

  

DIE BUCHVERNISSAGE

SO 12.  NOV 2023 10.30 Uhr Tau Buchhandlung–Meli Eventraum, Schwyz
         
     

DIE LESUNGEN

SA 25. NOV 2023   15.00 Uhr Pilgerhaus, Niederrickenbach
SO 03. DEZ 2023 10.30 Uhr Raum für Kultur, Pfäffikon SZ
FR 08. DEZ 2023 11.00 Uhr  Musikhaus Gisler, Altdorf
SA 09. DEZ 2023 17.00 Uhr  Gewölbe Galerie, Biel
FR 15. DEZ 2023 19.00 Uhr Atelier Serianna, Seeheimweg 2, Küssnacht
SO 14. APR 2024 14.00 Uhr Treib-Seelisberg-Bahn
SO 14. APR 2024 18.00 Uhr Treib-Seelisberg-Bahn
SA 20. APR 2024 16.00 Uhr FRAM, Einsiedeln

 

 

  

  

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IN EIGENER SACHE

Mein Name ist Ernst Friedli. Geboren und aufgewachsen bin ich vor Jahrzehnten in einer ländlichen Gegend, in der ich im Kreis meiner Verwandtschaft eine schöne Kindheit und eine erlebnisreiche Jugend verleben durfte. Das hat mir als tragendes Fundament über die schwierige Zeit des Heranwachsens elegant hinweggeholfen, worauf ich mich gefestigt den Fährnissen des Lebens stellen konnte. Dass ich kurz darauf Klärli schätzend kennenlernen durfte, muss ich meinem Schicksal hoch anrechnen. Schliesslich hätte das auch anders kommen können. Wir sind nun seit unserer Hochzeit in guten und anderen Zeiten gemeinsam unterwegs und halten unsere Augen offen für alles, was das Leben und sein Dasein bieten. Viele dieser Beobachtungen, Erlebnisse und Gedanken habe ich als Betrachtungen über die Jahre schriftlich festgehalten, um sie vor dem weit verbreiteten Vergessen zu bewahren. Nach meiner Pensionierung als Sachbearbeiter, nach eingehender Rücksprache mit Klärli sowie unter freundlicher Motivation des Herausgebers und des Mü-Verlags wurden sie als «Gedanken zur Weltlage» letztes Jahr in Buchform veröffentlicht. Dazu schuf Klärli in verdankenswerter Weise und in Handarbeit die begleitenden Illustrationen. Zu unserem nicht geringen Erstaunen war dieses Buch innert Kürze vergriffen, was mich, Klärli und auch den Mü-Verlag mit Freude erfüllte. Es ergaben sich in der Folge viele schöne, mitmenschliche Begegnungen, die sonst kaum möglich geworden wären. Aufgrund dieser unerwarteten Entwicklung und auf mehrfaches Nachfragen von Lesenden jeglichen Geschlechts haben der Mü-Verlag, Klärli und ich den Entschluss zum vorliegenden zweiten Band gefasst. Wir alle hoffen, er vermöge wiederum da und dort zu erfreuen.

Ernst Friedli

  

  

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DIE TEXTPROBEN

 

Vermisst

Es ist noch nicht ausgestanden. Und dieser ungute Zustand wird andauern bis zum erlösenden Moment, wo ich ihn wiederfinde. Mein Zweitschlüssel ist nämlich seit drei Wochen verschwunden. Spurlos, weg, nicht mehr vorhanden und schon gar nicht mehr dort, wo er bisher immer war. Weder ich noch Klärli wissen, wie und wann genau er von hinnen kam. Aufgrund meiner immer noch unbestechlichen Erinnerung muss ich der Letzte gewesen sein, der ihn in Händen hielt. Klärli ist daran also praktisch sicher schuldlos, was die Sache allerdings auch nicht einfacher macht. Obwohl wir ja immer noch den Erstschlüssel haben, stehen wir beide unter dem störenden Gefühl des Verlustes. Gleichzeitig wissen wir, dass er irgendwo liegen muss, denn ich habe ihn zuletzt in unserer Wohnung selber noch in meiner Hand gehalten. Seither haben wir alle Jacken- und Manteltaschen durchsucht, die Schubladen kontrolliert, unter allen Kommoden und in den Schränken gefahndet. Dabei sind wir auf Dinge gestossen, von denen wir nicht mehr wussten, dass es sie gibt. Aber nicht auf den vermissten Schlüssel. Ich stimme mit Klärli überein, wenn sie sagt, ein Schlüssel könne sich doch nicht einfach in Luft auflösen. Aber in diesem Fall scheint es bisher so zu sein. Wir haben deshalb beschlossen, Sankt Antonius zehn Franken zu versprechen. Vielleicht führt uns das auf die Spur oder gar wieder zusammen. Wenn wir ihn wiederfinden, wäre das sehr schön. Wir haben uns all die Jahre doch stark an unseren Zweitschlüssel gewöhnt. Nicht, weil wir ihn brauchten, aber wir hätten ihn brauchen können, wenn wir ihn gebraucht hätten. Eigentlich genau wie Sankt Antonius im Normalfall.

Ernst macht sich Gedanken zum Dasein und findet, was er nicht sucht, wenn er sucht, was er nicht findet

  

  

  

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Meine Grossmutter selig brauchte es immer, wenn sie mich meinte. Sie nannte mich bis zu ihrem Ableben nur «Ernstli», was für mich selbstverständlich war, da sie ihre Katze auch «Mauzli» oder den Hund «Foxli» nannte. Die Verkleinerungsform war jedenfalls zutreffend. Als Kleinkind war ich nämlich, wie Mauzli und Foxli auch, deutlich kleiner als meine Grossmutter. Als ich dann vom Kind (Ernstli) nach dem Stimmbruch zum Jungmann (Ernst) herangewachsen war, lebte meine Grossmutter bereits nicht mehr. Das hat mögliche Spannungen zwischen meiner unstabilen Hormonlage und der grossmütterlichen Zuneigung auf natürliche Art erübrigt. Allerdings hätte ich ihr liebevolles «Ernstli» vermutlich gern noch länger geduldet. Wir haben uns nämlich immer sehr gut verstanden. Genügend Jahre nach dem Stimmbruch bin ich dann meinem Klärli begegnet. In ihrem Pass steht als Vorname zwar «Klara». Aber als ich sie damals im Tanzkurs beim Foxtrott vorsichtig fragte wie sie heisse, sagte sie mit einem unvergesslichen Lächeln, sie sei s’Klärli. Dabei blickte sie mir mit einer bezaubernden Intensität in die Augen, was dazu führte, dass der Foxtrott nicht unser letzter blieb. Seither ist Klärli für mich und für alle, die sie kennen, s’Klärli geblieben. Auch wenn seit unserem einstigen Tanzkurs volumenmässig da und dort einiges hinzugekommen ist. Ich kann mir nicht vorstellen, sie passkonform einfach «Klara» zu nennen. Höchstens bei todernsten Dingen. Umgekehrt wissen wir unterdessen beide: Sollte Klärli mich je «Ernstli!» rufen, dürfte ein echter Ernstfall vorliegen. Ich würde vermutlich mit «Ja, Klara?» antworten.

Ernst macht sich Gedanken zum Dasein und spürt genau, wann ein Diminutiv keiner mehr ist.

  

  

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DIE BETRACHTUNGEN


Nachsätze | Sternkunde | Mein Leben | Regioglobal | «aha» | Ehe und Natur | Bartträgerinnen | Der Katalog | Das Sofa | Erkenntnis ab Ort | Stauhilfen | 108 Minuten | Kröten in Nöten | -li | Miss-Geschick | Hugo-Zeiten | Immun | In vino veritas | Triebzeit | Kussfest | Jubeltage | Wernli vom Feinsten | Feriengrüsse | Badewelt | Ansichtssache | Hotline | ent- | An die Schöpfer | Einheiten | Festival | Mückenlos | Steinzeit | Taktik-Trick | Vermisst | Waschtag | Der Plan | Makrokonsum | Mithörleid |Preis-Wert | Schulbeginn | Zu- und Auffall | Sport-Los | Gratistipp | Letzte Worte | KI |Beckenboden | Fernsicht | Profil | X-Fest | Hochaktuell | Giga | Kreuz-Worträtsel

  

  

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DIE ECKDATEN

Umfang 120 Seiten
Inhalt 52 Betrachtungen/Illustrationen
Format Hochformat 12,8 x 21,3 cm
Umschlag Hardcover
Bindung Fadenbindung
Druck Offset s/w
Papier Daunendruck Natural
Auflage 500 Stück
Erscheinung November 2023
   
Herausgeber Zeno Schneider
Texte Ernst Friedli
Illustrationen Klara Friedli
Layout Dölf Ehrler
Korrektorat Luzia Lüönd-Bürgi
Druck Druckerei Franz Kälin AG
   
ISBN 978-3-9525658-3-4
   
   
  Müsigricht Verlag, Steinen
mue-verlag.ch
© November 2023
   

  

  

  

DIE DANKESWORTE

 

Der Verlag dankt allen Gönnerinnen und Gönnern für die finanzielle Unterstützung. Ein grosses Dankeschön gilt auch allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen dieses Buches beigetragen haben. 

Kulturförderung Kanton Schwyz
Private Kulturstiftung Einsiedeln
Attika Feuer AG Cham
Victorinox AG Ibach-Schwyz
Druckerei Kälin AG Einsiedeln
Bezirk Einsiedeln
Bezirk Schwyz
Mona Birchler und Werner Kälin
Rosmarie Oechslin
Markus Staub
Sonja Wuhrmann

  

  

  


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